Die junge Generation an Kommunikatoren und Kommunikatorinnen ist zurecht selbstbewusst, findet Juror Danny Schwarze, Head of Global Newsroom & Executive Communications bei Bosch Siemens Hausgeräte. Das möge auf manche arrogant wirken. Warum es das nicht ist, erklärt Danny im Interview.
„Eure Vision einer zukunftsfähigen Kommunikationsabteilung“ – wie gut/überraschend/ect. ist die Crew auf die diesjährige Wettbewerbsaufgabe eingegangen?
Die diesjährige Wettbewerbsaufgabe hatte es mal wieder in sich und wurde von der Crew auf bemerkenswerte Weise interpretiert. Das offene Briefing bot viel Raum für kreative Ansätze und individuelle Interpretationen, was es für uns als Jury, als auch für die Teams abwechslungsreich und anspruchsvoll machte. Während einige Präsentationen den Fokus stark auf inhaltliche Aspekte legten, beleuchteten andere die strukturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen, unter denen Kommunikationsabteilungen heute agieren. Besonders auffällig war, dass zentrale Themen wie Künstliche Intelligenz, Haltung und Leadership eine Schlüsselrolle spielen. Themen, mit denen wir uns bereits heute sehr intensiv auseinandersetzen.
Was hat dich beeindruckt, überrascht, überzeugt?
Beeindruckt hat mich vor allem die Klarheit und Selbstreflexion, mit der alle Teilnehmenden an die Aufgabe herangetreten sind. Die Vielfalt der kreativen Ansätze, sei es in der Präsentationsweise oder in den vorgeschlagenen Lösungen, hat nachhaltig Eindruck hinterlassen. Es waren sogar ein paar Insights dabei, die mich bis heute beschäftigen. Überzeugt haben alle Talente außerdem durch ihre Präsentationsstärke: Ausdruck, Haltung und Selbstbewusstsein waren stets passend zur Tragweite des Themas und das trotz zum Teil technischer Probleme vor Ort. Am Ende setzte sich das Team durch, das das stimmigste Gesamtpaket aus inhaltlicher Tiefe, kreativer Umsetzung und authentischer Präsentation bot.
Inwiefern stehen die Pitches für die junge Generation an Kommunikatoren und Kommunikatorinnen? Was zeichnet sie aus? Was wollen sie? Was können sie besonders gut?
Die Pitches spiegeln auf beeindruckende Weise die Essenz junger Kommunikatoren und Kommunikatorinnen wider. Was Young Professionals besonders auszeichnet, ist ihre Persönlichkeit: Sie sind selbstbewusst, reflektiert und mutig. Das wirkt manchmal vielleicht ein wenig arrogant, vor allem wenn sie sich auf ältere Generationen bzw. „Boomer“ beziehen. Ich finde, sie sind vollkommen zu recht so selbstbewusst: Sie sind hervorragend informiert, entwickeln innovative Ideen und sind auch in der Lage, diese überzeugend und selbstbewusst zu präsentieren.
Was nimmst du aus den Ideen und Präsentationen in eure eigenen Agenturen und Kommunikationsabteilungen mit?
Die Ideen und Präsentationen geben viele Impulse, die „wir“ nutzen können. Vor allem die Fähigkeit der Talente, große gesellschaftliche Themen in konkrete Visionen und Konzepte für die Zukunft der Kommunikation zu übersetzen, inspiriert dazu, selbst mutiger und visionärer zu denken. Ihre kreative Herangehensweise an Herausforderungen und ihr Umgang mit Technologien wie Künstlicher Intelligenz zeigen, wie wichtig es ist, bestehende Prozesse immer wieder zu hinterfragen und neu zu denken. Vor allem aber hat mich die Begeisterung und der Einsatz der Teilnehmenden daran erinnert, wie entscheidend es ist, Haltung und Leidenschaft zu zeigen – in allen Lebenslagen.
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