Paula Accordi war 2023 Teil der #30u30-Crew. Die Auszeichnung sieht sie als WertschĂ€tzung, viel wichtiger sei aber das Netzwerk, das damit verbunden ist. Als Alumna hat sie die Initiative zu SAP geholt, unserem Host fĂŒr das Camp 2026. Im Interview spricht Paula ĂŒber ihren Werdegang und darĂŒber, wie es ist, mit einem Comms-Promi wie Monika Schaller zusammen zu arbeiten.
„Entwicklung findet nie in der Komfortzone statt.“
Monika Schaller gilt als Mentorin, die Talente mit Nachdruck fördert  â aber auch viel von ihnen verlangt. Im Interview sagt die SAP-Kommunikationschefin, was der Comms-Nachwuchs von heute tun muss, um weiterhin eine Bedeutung im GefĂŒge einer Organisation zu haben. Und was er von seinen Chefs einfordern darf.
Das Narrativ ist bekannt: KI schafft immer mehr BĂŒrojobs ab, insbesondere Einsteigerstellen fallen weg. Sind PR und Kommunikation fĂŒr Talente ĂŒberhaupt noch ein attraktives Berufsfeld?
Ja, absolut. Kommunikation bleibt auch im KI-Zeitalter ein attraktives Berufsfeld, weil sie ein People Business ist. Entscheiderinnen, Mitarbeitende und Medien erwarten keine reine Textproduktion. Sie suchen Menschen, die zuhören, ZusammenhĂ€nge erkennen und Orientierung geben. Der Einstieg in den Beruf wird sich verĂ€ndern: Wer Kommunikation nur als AusfĂŒhrung versteht, wird es schwerer haben. Wer dagegen beraten kann, Beziehungen gestaltet und ein gutes GespĂŒr fĂŒr Situationen entwickelt, wird wichtiger denn je.
Was mĂŒssen Absolventen heute ganz konkret können, wenn sie im Konzernumfeld starten?
ZunĂ€chst brauchen sie weiterhin ein starkes sprachliches Fundament. Dazu zĂ€hlt prĂ€zises Schreiben ebenso wie ein gutes GespĂŒr fĂŒr TonalitĂ€t und die FĂ€higkeit, komplexe Themen verstĂ€ndlich zu machen. Gleichzeitig mĂŒssen sie KI selbstverstĂ€ndlich als Werkzeug einsetzen können. Wer kĂŒnftig in der Kommunikation arbeitet, sollte Technologie nicht als Zusatzkompetenz begreifen, sondern als festen Bestandteil professioneller Kommunikationsarbeit.
Mindestens genauso wichtig ist aber etwas anderes: Neugier. Junge Kommunikatoren mĂŒssen Dinge hinterfragen, unterschiedliche Perspektiven verstehen wollen und bereit sein, ĂŒber die Grenzen der Kommunikationsabteilung hinauszuschauen. Wer die BedĂŒrfnisse des Business nicht versteht, wird auch keine gute Kommunikationsberatung leisten können.
Und was mĂŒssen sie bereit sein zu lernen?
Sie mĂŒssen lernen, RĂ€ume zu lesen â das ist aus meiner Sicht eine Kernkompetenz. Teil des Lernprozesses ist auch, tragfĂ€hige Beziehungen aufzubauen und schwierigen GesprĂ€chen nicht auszuweichen. Dann mĂŒssen sie lernen, eigene Urteile zu fĂ€llen und zeitig Verantwortung zu ĂŒbernehmen. Auch wenn sie sich noch nicht vollstĂ€ndig bereit fĂŒhlen.
Denn im KI-Zeitalter entsteht der Mehrwert des Menschen nicht durch das Produzieren von Texten, sondern durch das Einordnen, Bewerten und Entscheiden. Genau diese FĂ€higkeiten werden kĂŒnftig ĂŒber Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
Wir sprechen viel von psychologischer Sicherheit und Entwicklungschancen. Welche Rolle spielen auf der anderen Seite Leistungsbereitschaft und die FÀhigkeit, mit Druck oder EnttÀuschungen umzugehen?
Eine sehr groĂe. Entwicklung findet nie in der Komfortzone statt. Wer wachsen möchte, muss Verantwortung ĂŒbernehmen und offen fĂŒr Feedback bleiben. Dazu gehört auch, Kritik auszuhalten und RĂŒckschlĂ€ge nicht als Scheitern, sondern als Teil des Lernprozesses zu begreifen.
Die besten Talente warten nicht darauf, dass ihnen Chancen serviert werden. Sie gehen selbst nach vorne, bringen sich ein und vertreten eine eigene Position, auch wenn das gelegentlich Widerspruch bedeutet. Psychologische Sicherheit heiĂt nicht, dass alles bequem ist. Sie schafft vielmehr den Raum, Fragen zu stellen, Fehler zu machen und trotzdem leistungs- und lernbereit zubleiben.
Was muss der Comms-Nachwuchs von heute tun, um weiterhin eine Bedeutung im GefĂŒge einer Organisation zu haben?
Es braucht ein Berater-Mindset vom ersten Tag an. Junge Kommunikatorinnen und Kommunikatoren sollten aufmerksam zuhören,Muster erkennen und Empfehlungen entwickeln, die ĂŒber reine Umsetzung hinausgehen. Kommunikation muss nĂ€her ans GeschĂ€ft, nĂ€her an die Menschen und nĂ€her an strategische Entscheidungen rĂŒcken. Das nenne ich immer âearn your seat at the tableâ.
Und was darf er dafĂŒr von Chefinnen, Mentoren und Peers einfordern?
Viel. Junge Menschen dĂŒrfen erwarten, dass man sie ernst nimmt, ihnen Vertrauen schenkt und sie frĂŒh an anspruchsvolle Aufgaben heranfĂŒhrt. Ganz essentiell ist dabei âLearning on the Jobâ: Also dass der Nachwuchs mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen mitlĂ€uft, etwa Einblicke in GesprĂ€che mit VorstĂ€nden oder Journalisten erhĂ€lt â und dann Schritt fĂŒr Schritt Verantwortung ĂŒbernimmt. Das bedeutet manchmal vielleicht auch, ins kalte Wasser geworfen zu werden. Unternehmen mĂŒssen junge Talente stĂ€rker fördern. Coaching, Mentoring und konstruktives Feedback sind dafĂŒr zentral. Ebenso wichtig ist die Bereitschaft, Verantwortung zu delegieren â selbst wenn das kurzfristig mehr Aufwand bedeutet. Ich bin ehrlich: Mir fĂ€llt das auch nicht immer leicht. Aber wer heute nicht in Nachwuchs investiert, wird morgen keine starken Senior-Teams haben.
Menschen bei SAP

Monika Schaller
Chief Communications Officer
In ihrer Rolle ist Monika Schaller verantwortlich fĂŒr die Entwicklung und Umsetzung der gesamten Kommunikationsstrategie von SAP. Sie agiert als strategische Beraterin des Vorstands und ist Mitglied des erweiterten Vorstands. Vor ihrem Wechsel zu SAP war sie Executive Vice President bei der Deutschen Post DHL Group, wo sie den Bereich Konzernkommunikation, Nachhaltigkeit und Marke leitete. FrĂŒhere Stationen waren die Deutsche Bank und Goldman Sachs, hier spielte sie eine SchlĂŒsselrolle in der Kommunikationsstrategie wĂ€hrend der globalen Finanzkrise 2008.
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„Entwicklung findet nie in der Komfortzone statt.“
Monika Schaller gilt als Mentorin, die Talente mit Nachdruck fördert  â aber auch viel von ihnen verlangt. Im Interview sagt die SAP-Kommunikationschefin, was der Comms-Nachwuchs von heute tun muss, um weiterhin eine Bedeutung im GefĂŒge einer Organisation zu haben. Und was er von seinen Chefs einfordern darf.
„Man muss nicht den ganzen Weg kennen.“
Als Njoga Jalango 2023 nach Deutschland kam, lieĂ er seine Heimat Kenia und eine Karriere im Journalismus hinter sich. Ăber das AFRIKA KOMMT!-Fellowship kam er zu SAP und arbeitet heute als Editorial Coordinator in der Global Public Relations.








