Hannah Jeitner ist bei SAP dafür zuständig, KI-Tools und -Prozesse sinnvoll in die Kommunikationsteams zu bringen. Ihre Rolle baute sie sich selbst – nachdem sie eine einfache Beobachtung gemacht hatte: Kommunikatoren und Kommunikatorinnen verbringen zu viel Zeit mit Aufgaben, für die es ihre eigentliche Expertise gar nicht braucht.

Als Hannah Jeitner 2019 über eine Zeitarbeitsfirma bei SAP einstieg, steckte Künstliche Intelligenz im Konzernumfeld noch in den Kinderschuhen. In der Kommunikation wusste man darum, probierte auch hier und da etwas aus. „Aber so richtig strukturiert genutzt wurden die Möglichkeiten nicht“, erinnert sich Hannah. Sie war in der täglichen Arbeit auf verschiedene Tools gestoßen, die ihr – wie sie sympathisch offen berichtet – entgegenkamen, „weil ich ein bisschen faul bin“. Sie probierte weiter und merkte schnell: Wiederkehrende Prozesse lassen sich mithilfe von KI automatisieren, lästige administrative Aufgaben an die Maschine abgeben. Nicht nur von ihr als Einzelner, sondern als Standard in ganzen Teams und Abteilungen.

„Das große Problem ist doch, dass administrative Arbeit uns viel zu oft von den strategischen Aufgaben abhält, für die wir eigentlich gebraucht werden“, sagt Hannah. Ihr Ziel: Kommunikatoren und Kommunikatorinnen wieder mehr Raum und Zeit für ihre echte Expertise geben.

Es ist kein Geheimnis, dass sich mit der Pandemie, den von Krisen geprägten Folgejahren und dem rasanten technologischen Wandel der Druck auf Kommunikationsabteilungen erhöhte. „Reportings, Abstimmungen, immer mehr operative Aufgaben. Man war oft fokussiert aufs Reagieren, hatte wenig Zeit für Hintergründe, Trendbeobachtung oder proaktive Projekte“, sagt Jeitner.

Sie machte sich im Team und bei ihren Vorgesetzten stark dafür, KI-Prozesse als Teil der Antwort auf die neuen Herausforderungen weiter zu optimieren. Das kam an. „Ich habe zur richtigen Zeit auf das richtige Thema gesetzt“, findet sie heute. Als KI zum breiten Thema wurde, konnte sie an die Idee anknüpfen, die sie schon länger beschäftigte: Technologie nicht schlicht als neues Werkzeug zu betrachten, sondern als Möglichkeit, Kommunikationsarbeit grundsätzlich anders zu organisieren. 

About

Unser Host für das #30u30 Camp 2026 ist SAP. Das Walldorfer Softwareunternehmen ist weltweit tätig und entwickelt Unternehmenssoftware und cloudbasierte Lösungen für Unternehmen unterschiedlichster Branchen. In der globalen Kommunikation arbeiten mehr als 300 Kommunikationsexperten und-expertinnen daran, die Reputation von SAP zu stärken und den Dialog mit Medien, Analyst, Influencer und Mitarbeitenden zu gestalten. Für Comms-Talente bietet SAP unterschiedliche Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten.

Hannah ist eine Art Kuratorin für KI in der Kommunikation bei SAP. Angesiedelt bei Global Comms treibt sie die Themen gemeinsam mit einer Kollegin voran. Dabei geht es um Tools und ihre Anwendung – aber nicht nur. Hannah spricht mit Teams über Prozesse, teilt Best Cases, entwickelt konkrete Lösungen und bringt Kollegen aus unterschiedlichen Kommunikationsdisziplinen zusammen. Eine interne Gruppe aus Bereichen wie Media Relations, Mitarbeiterkommunikation und regionalen Teams hilft dabei, Erfahrungen und gute Ansätze in der Organisation weiterzugeben – das kann eine neue Anwendung sein, aber auch ein guter Prompt.

Was Hannah an ihrer Aufgabe besonders reizt? „Der direkte Effekt, den meine Arbeit auf meine Kollegen und Kolleginnen hat.“ Technologie soll ihnen nicht möglichst viel Kommunikation abnehmen, sondern Aufgaben, die sie davon abhalten, ihre Expertise einzusetzen.

Dass diese Veränderung auch Unsicherheit auslöst, gehört für sie dazu. „Wenn die KI Teile der Tätigkeiten übernimmt, stellt sich zwangsläufig die Frage, was vom eigenen Job bleibt“, räumt sie ein. Offene Gespräche über Ängste gehören für sie genauso zum Job wie ihr technologisches Know-how und ihre Begeisterung für KI-Tools.

Für die Zukunft sieht sie darin eine grundsätzliche Chance für die Profession: weg vom Blick auf einzelne Deliverables, hin zu Beratung, Strategie, Wirkung und kommunikativer Expertise. „Wir müssen uns wieder auf das besinnen, was eigentlich der Kern unserer Aufgabe ist.“

Talente bei SAP

Hannah Jeitner
Hannah Jeitner

Global Communications bei SAP

Hannah Jeitner kam über eine Zeitarbeitsforma zu SAP . Ihre Stelle als KI-Speziallistin im Comms-Team baute sie sich quasi selbst. 

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