„Du darfst ruhig etwas lauter sein.“ Das bekam Nadine Eppel zu Beginn ihrer Laufbahn in der Beratung einmal zu hören – und sie nahm es sich zu Herzen. Im Interview spricht sie über Vertrauen, und den Mut, Fragen zu stellen.

Nadine, du bist direkt nach dem Studium bei Klenk & Hoursch eingestiegen. Woher wusstest du, dass eine Beratung das richtige für dich ist?

Ich habe Onlinekommunikation in Darmstadt studiert und mich recht schnell auf den Wahlschwerpunkt PR fokussiert, ganz einfach, weil mir der Mix aus Strategie, Medienarbeit und Kreativität Spaß gemacht hat. Marketing zum Beispiel war mir zu technisch. Während meines Studiums habe ich hier bereits Erfahrungen gesammelt, für die ich sehr dankbar bin. Langfristig habe ich mich jedoch gegen dieses Berufsfeld entschieden. Ich wollte von Anfang an mit verschiedenen Themen und Aufgaben zu tun haben. Krise, interne Kommunikation, Social Media – da wollte ich mich einfach ausprobieren. Was macht mir Spaß? Wo möchte ich mich spezialisieren? Klenk & Hoursch war dabei für mich der perfekte Fit: Mit Services von interner Kommunikation, Transformation bis hin zu Public Affairs gibt es in diversen Branchen eine große Spielwiese, die man als Berufseinsteiger auch gern ausnutzen darf.

Was waren zu Beginn deine größten Unsicherheiten?

Ich habe von Tag 1 an als vollwertiges Teammitglied in Kundenteams gearbeitet. Anfangs war ich manchmal unsicher, wenn es zum Beispiel darum ging, auf Kundenmails direkt zu antworten und vor allem richtig zu beraten. Da war ich über den engen Austausch mit Kolleg:innen und die direkten Sparringspartner sehr dankbar und bin es noch. Gerade zu Beginn ist es wahrscheinlich normal, wenn man noch jung ist, nicht viel Erfahrung hat und mit dem neuen Umfeld im Berufseinstieg erst „warm werden“ muss. Es hat mich aber bestärkt, dass mir sowohl intern als auch extern bestimmte Aufgaben von Beginn an zugetraut wurden.

Kannst du ein Beispiel nennen?

Als es darum ging, für einen Industrieverband die Zielgruppe zu verjüngen, hat die Teamleitung die Verantwortung des neuen Projektes bei mir gesehen. Ich selbst hatte mich zu dieser Zeit nicht direkt getraut, mich proaktiv während des Meetings mit dem Kunden ins Spiel zu bringen und auch eher damit gerechnet, dass solche Aufgaben bei seniorigen Kolleg:innen angesiedelt sind. Ich war Anfang 20 und frisch aus der Probezeit. Es war ein gutes Gefühl, dieses Vertrauen entgegen gebracht zu bekommen. Ich habe dann das komplette Konzept für einen Instagram-Kanal erarbeitet inklusive Strategie, Formaten und Content. Heute zu sehen, dass der Kanal live und erfolgreich ist, bestärkt mich darin, dass man sich ruhig etwas mehr zutrauen darf – auch, wenn man noch am Anfang seiner Karriere steht. Ich war jung und es ging bei diesem Projekt noch nicht um Budgetverantwortung, aber darum, alles zusammen zu halten. Diese Erfahrung hat mich in meiner weiteren Entwicklung unterstützt und darin bestärkt in neue Herausforderungen einzutauchen.

Welche Unterstützung hast du bei deinen neuen Aufgaben und bei deiner persönlichen Weiterentwicklung bekommen?

Ich war und bin immer im Sparring mit meiner Teamleitungund -kolleg:innen. Außerdem hat bei uns jede und jeder einen festen Mentor oder eine Mentorin. Natürlich fehlt einem am Anfang noch eine gewisse Beraterroutine, die erst erlernt werden muss – aber durch unsere Feedbackkultur erhält man stets konstruktives Feedback und kann daran wachsen. Und je mehr Verantwortung man übernimmt, desto wichtiger wird es, Feedback auch aktiv einzufordern und sich mit eigener Initiative weiterzuentwickeln.

About

Klenk & Hoursch hat sich in zwei Jahrzehnten eine starke Stellung als Partner in der Branche erarbeitet – für Kunden, die vor komplexen Herausforderungen stehen, wie für Mitarbeiter und junge Talene gleichermaßen. Eine junge Beratergeneration ist mittlerweile am Ruder, mit der wir dieselben Werte teilen.

Wie hast du es geschafft, mit der Zeit noch mehr Selbstvertrauen zu bekommen und mehr Verantwortung zu übernehmen?

Je mehr man von seiner Teamleitung und den Führungskräften vermittelt bekommt, dass sie auf dich zählen, je mehr sie dich alleine machen lassen, desto mehr traut man sich auch zu. Läuft das Projekt nach Plan? Stimmen die Medienplatzierungen? Wie können wir Themen unserer Kunden noch strategisch positionieren? Darauf habe ich im Laufe meines ersten Jahres zunehmend geschaut und meine Teams entlastet. Und als das Thema Influencer bei zuvor erwähntem Industrieverband relevanter wurde, habe ich mich getraut, ein ganz eigenes, für diesen Kunden sehr mutiges, Projekt in den Ring zu werfen. Ich hatte den Kunden zuvor bereits auf einem Influencer-Event platziert und betreut und wollte das Potenzial mit einer eigenen Veranstaltung noch weiter ausschöpfen. Also habe ich die Initiative ergriffen, ein Konzept geschrieben, das zum Kunden und seinen Zielen passt und vorgestellt – und das Event dann letztlich auch mit dem Verband durchgeführt. Da ging es dann auch das erste Mal in einem etwas größeren Umfang um Themen wie Budgets, Rechnungen etc. In kleineren Teilprojekten hatte ich zuvor schon Erfahrung sammeln können und hier gut die Steuerung übernehmen können.

Was hast du aus diesem Projekt gelernt?

Ganz ehrlich: Als Berufseinsteigerin fragt man sich schon manchmal, wie viele Ideen man wirklich anbringen kann, ohne schief angeschaut zu werden. Selbst wenn Botschaften zur Feedbackkultur auf Websites und in Gesprächen platziert werden, ist es nochmal etwas anderes, ob diese auch aktiv gelebt wird. Ich war in meinen ersten Wochen als Junior eher vorsichtig und musste mich erst in den Berufsalltag einleben. Aber ich habe es mir zu Herzen genommen, als meine Kolleg:innen im Check-In zur Hälfte der Probezeit sagten, ich darf ruhig etwas lauter sein – dadurch habe ich schnell mehr Selbstvertrauen gewonnen. Das verhalf mir auch dabei dieses Projekt zu übernehmen.
Bei Klenk & Hoursch findet jede Idee Gehör, das wird ab Tag 1 deutlich. Und nur weil Zeitpunkt und Kunde nicht passen, heißt das nicht, dass die Idee nicht später relevant werden könnte. Wenn man sich selbst nicht aktiv einfordert, legt man die eigene Entwicklung in andere Hände – und hofft darauf, dass andere sehen, was man selbst nicht ausspricht.

Mittlerweile bist du zum Consultant befördert worden. Welche Bedeutung hat dieser Schritt für dich?

Mein Ziel war es dann schon, auf einen eigenen Kunden hinzuarbeiten, den ich komplett und nicht in Teilprojekten verantworte. Ich wollte den nächsten Schritt gehen und habe die Beförderung proaktiv angesprochen – auch, wenn es sich bereits abgezeichnet hatte und wahrscheinlich im nächsten Halbjahresgespräch Thema gewesen wäre. Die Beförderung bedeutet für mich vor allem Vertrauen und Wertschätzung durch meine Führungskräfte und unsere Inhaber:innen. Gleichzeitig motiviert sie mich, künftig noch weiter an mir zu arbeiten und meine Fähigkeiten auszubauen.

Welche Verantwortung geht mit der Rolle einher und wie hast du dich darauf vorbereitet?

Ich habe mit einem Technologieanbieter meinen eigenen Kunden übernommen und führe jetzt auch ein Team. Ich darf einer Juniorin anleiten und manage den Kunden eigenständig. Auch auf anderen Kunden werde ich stärker zur Sparringspartnerin. Auf diese Rolle habe ich mich schon länger vorbereitet – ich war bereits in vielen Bereichen auf meinem jetzt eigenen Kunden treibende Kraft. Beim Reinkommen in die neue Verantwortung hilft mir meine Mentorin, die gleichzeitig Director auf dem Kunden ist. Wir sprechen mindestens in monatlichem Austausch gezielt über Führungsthemen und Weiterentwicklung, aber auch über Themen auf anderen Teams.

Außerdem hat jeder Mitarbeiter bei uns ein Budget für Weiterbildungen, das möchte ich perspektivisch auch dafür nutzen, um meine Führungsskills zu verbessern. Mir ist es wichtig, wohlwollend zu führen und Raum zum Wachsen zu geben – so, wie ich ihn auch bekommen habe.

Was würdest du jungen Menschen raten, die versuchen, in der Kommunikation ihren Weg zu gehen und eine Karriere aufzubauen?

Traut euch, zu fragen! Fragen sind so wichtig. Egal, auf welchem Level, egal ob es sich anfühlt, als wäre es die blödeste Frage, die man sich je gestellt hat, weil es zum Beispiel um eine Abkürzung oder einen Begriff geht, den man nicht kennt. Oder weil man sich fachlich bei etwas unsicher ist und sich einen zweiten oder dritten Blick wünscht. Es gibt in euren Organisationen so viele Menschen, die jede Menge Erfahrung gesammelt haben – nutzt das, geht auf sie zu, tauscht euch aus! Das bringt einen so viel weiter, als einfach sitzen zu bleiben oder die Hand nicht zu heben.

Talente bei Klenk & Hoursch

Nadine Eppel
Nadine Eppel

Consultant Corporate & Brand Communications

Nadine Eppel kam direkt nach dem Studium zu Klenk & Hoursch. Sie startete klassicsh als Juniorin und stieg nach zwei Jahren zur Beraterin auf.

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