Klenk & Hoursch – Das steckt hinter dem Modell einer „Focused Company“

Zwei Stunden am Tag sind bei Klenk & Hoursch alle Telefone still . Die inhabergeführte Agentur arbeitet seit 2021 als Focused Company. 

Die Klenk & Hoursch AG gehört laut den PR-Journal Rankings zu den 65 größten Kommunikationsberatungen in Deutschland. Rund 60 Kommunikationsberater:innen arbeiten in Büros in Berlin, Frankfurt, München und Hamburg. Klenk & Hoursch sagt über sich selbst, dass sie Wicked Problem People sind. Also diejenigen, die sich gerne komplexen Aufgaben annehmen und zur Lösung beitragen. Ihr Mittel: gut gemachte Kommunikation. Damit das funktioniert ist Klenk & Hoursch eine Focused Company.

Wir machen konzentriertes, hirngerechtes Arbeiten zum systematischen Ergebnis unserer Organisation und Arbeitsweise. DANIEL J. HANKE, Vorstand

Wir möchten unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern „mehr Zeit und Raum verschaffen, eine strategische Empfehlung gründlich zu durchdenken, ein Dokument ungestört zu bearbeiten, ein Meeting sorgfältig vorzubereiten“, sagt CEO Daniel J. Hanke. Auch im Sinne der Kundinnen und Kunden. „Denn die erwarten von uns dynamische Wertschöpfung in sehr hoher Qualität. Um diese in Beratung, Kreation und Umsetzung sicherzustellen, machen wir konzentriertes, hirngerechtes Arbeiten zum systematischen Ergebnis unserer Organisation und Arbeitsweise.“ Klenk & Hoursch arbeitet zum Beispiel für Unternehmen wie Continental, Coca-Cola, Kneipp, Charité – Universitätsmedizin Berlin aber auch öffentliche Einrichtung wie der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. und Verbände bzw. NGOs wie SOS Kinderdorf.

Focused Company – was bedeutet das genau?

Täglich zwischen 10 und 12 Uhr sind die Berater:innen bei Klenk & Hoursch nicht zu erreichen – weder per E-Mail oder Chat noch per Telefon. Diese „Fokuszeit“, in der sie ohne Unterbrechung an ihren Aufgaben arbeiten, ist Teil des Modells einer „Focused Company“, das die Agentur Anfang 2021 eingeführt hat. Zusammen mit Vera Starker, Gründerin des Think Tanks nwig – next work innovation garage –, wurden systematisch Methoden entwickelt, die konzentriertes Arbeiten möglich machen zugunsten besserer Ergebnisse. Nötig sei dies, so Vorstand Daniel Hanke, weil die Anforderungen an Konzentration immer komplexer, die Schnittstellen immer mehr und die Projekte immer schneller werden. „Gerade für junge Menschen ist es gut, ein Framework zu haben, in dem sie sich nicht unaufhörlich damit beschäftigen müssen, die eigene Flughöhe zu halten.“

Gerade für junge Menschen ist es gut, ein Framework zu haben, in dem sie sich nicht unaufhörlich damit beschäftigen müssen, die eigene Flughöhe zu halten. DANIEL J. HANKE, Vorstand

Neben der Fokuszeit gehört zum Modell, dass Pausen als Teil der Wertschöpfung verstanden und interne Meetings nur mit dringendem Grund abgehalten werden. Der Ansatz setzt Vertrauen und Transparenz voraus – Werte, die, betont Daniel Hanke, fest in der Unternehmenskultur von Klenk & Hoursch verankert sind. „TFC hat unseren Alltag verändert: Konzentriertes Arbeiten hat Vorrang vor ständiger Erreichbarkeit. Pausen sind essenzieller Teil der Wertschöpfung und digitale Kommunikationsmittel werden sehr zielorientiert und reduziert verwendet“, sagt Sebastian Riedel, Director bei Klenk & Hoursch. „Das war zu Beginn schon eine Umstellung. Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und wenn man den Vorteil einer fokussierten Arbeitsweise mal so richtig zu spüren bekommt – weil Aufgaben in hoher Qualität erfolgreich konzentriert bearbeitet wurden, dann ist das Gefühl am Ende richtig gut. Und die Pause wichtig.“

Klenk & Hoursch – 20 Jahre nach Gründung lenkt ein neuer Vorstand die Kommunikationsberatung

Den Generationenwechsel haben sie früh und strukturiert eingeleitet, sagen die Gründer. Als inhabergeführte Agentur verzichtet Klenk & Hoursch auf das Volontariat und stellt Junior:innen direkt ein. Seit 2021 arbeitet Klenk & Hoursch als Focused Company.

Klenk & Hoursch wird 2023 runde 20 Jahre alt. Mit Kathrin Schum, Georg Lahme, Daniel J. Hanke und Tobias Müller (von links) vier Vorstände der nächsten Generation das Ruder schon übernommen.

Bereits zum Start 2003 hatten sich die beiden Gründer Volker Klenk und Stephan Hoursch das Ziel gesetzt, Führung und auch Eigentumsanteile früh an Mitarbeiter:innen zu übergeben. Aus Sicht der Agentur ist dies gelungen, Klenk & Hoursch hat acht Gesellschafter und sagt über sich selbst, den Generationswechsel strukturiert und erfolgreich eingeleitet zu haben.

Wir sind keine Rosinenpicker, wollen aber unser Kundenpolio selbst steuern – inklusive der Option, ein Mandat abzusagen oder zu beenden, wenn es nicht passt. KLENK & HOURSCH

Die neue Generation ist dabei, vieles neu anzustoßen, Bewährtes soll aber nicht vergessen gehen. So bleibt man auch der Haltung der Gründer treu: Die Zufriedenheit der Kunden steht an erster Stelle. Als inhabergeführte Agentur wollen sie aber das Kundenportfolio auch steuern – nicht als Rosinenpicker, aber durchaus mit der Option, Mandaten abzusagen oder zu beenden, wenn die Inhalte und die Art der Zusammenarbeit nicht passten. Tabak, prominente Einzelpersonen oder religiöse Organisationen werden bei Klenk & Hoursch zum Beispiel nicht betreut.

Klenk & Hoursch – Karriere machen als Führungskraft oder Expert:in

Der inhabergeführten Agentur ist es wichtig, die Interessen ihrer Mitarbeiter:innen früh zu erfassen. Dabei verzichtet Klenk & Hoursch auf das Volontariat und stellt Junior:innen  direkt ein. Seit 2021 arbeitet Klenk & Hoursch als Focused Company.

Als Jana Schmülling den Master in Kultur- und Medienmanagement in der Tasche hatte, war es ihr wichtig, einen Job zu finden, bei dem die Lernkurve steil ist. Die Agenturwelt kannte sie vorher nicht, aber die Idee, als Consultant in verschiedenen Kundenteams zu arbeiten, gefiel ihr. „Das Handwerk lernte ich on the job – wirklich Gedanken gemacht, wie ich mich vom Junior-Level aus weiterentwickeln kann, habe ich mir eigentlich erst, als ich richtig bei Klenk & Hoursch angekommen war.“  Zum einen ging es dabei darum, immer mehr Verantwortung zu übernehmen. Für Kunden, Budgets und Mitarbeiter.innen – die 29Jährige führt aktuell drei Teams von bis zu fünf Kolleg:innen. Zum anderen wollte Jana Schmülling sich in Sachen CSR weiterbilden und darauf ihren Fokus setzen. So absolvierte sie eine dreimonatige Online-Fortbildung in CSR Management bei einem externen Anbieter, für die sie sich jede Woche einen halben Arbeitstag reservierte.

Im Job ist mir eine steile Lernkurve wichtig. JANA SCHMÜLLING

„Es ist uns wichtig, von Anfang an solche Interessen zu erfassen und unsere Mitarbeiter:innen zu unterstützen, in diesen Fokusthemen exzellent zu werden“, erklärt Partner und Personalvorstand Georg Lahme. Neben der Möglichkeit, Fortbildungen zu besuchen, helfen Mentoren den Consultants dabei, sich weiter zu entwickeln. Sie könne sich auch vorstellen, eine Weiterbildung zum Thema Leadership zu machen, meint Jana. Das meiste habe sie aber dadurch gelernt, „dass bei Klenk & Hoursch Leadership auf allen Leveln vorgelebt wird und man einfach viel mitbekommt.“ Den nahbaren und wertschätzenden Umgang miteinander schätzt sie an ihrem Arbeitgeber. „Deshalb glaube ich schon, dass ich hier noch eine Weile bleiben und wachsen möchte, gerne perspektivisch als Senior“, lacht sie.

Ziel der Kommunikationsberatung ist es selbstverständlich, Talente wie Jana zu halten und ihr die entsprechenden Perspektiven zu bieten. Zwar strebt Klenk & Hoursch nicht an, „irgendwann zig Micropartner zu haben“ – die Gesellschafterstruktur mit einem breiten Partner:innen-Level und der frühe Generationswechsel ist aber durchaus ein Argument, lange in der Agentur zu bleiben. Georg Lahme selbst ist übrigens  Mitarbeiter mit der Personalnummer 001, er begann 2003 bei Klenk & Hoursch als Junior Consultant.

Klenk & Hoursch – Warum die Agentur aufs Volontariat verzichtet

Als inhabergeführte Agentur verzichtet Klenk & Hoursch auf das Volontariat und stellt Junior:innen direkt ein. Seit 2021 arbeitet Klenk & Hoursch als Focused Company.

Der Berufseinstieg bei Klenk & Hoursch läuft anders ab als in der Branche üblich: Die Kommunikationsberatung stellt ihre Junioren direkt ein – sie „überspringen“ quasi das Volontariat oder das Traineeprogramm. Das ist zum einen finanziell reizvoll, denn die Junior Consultants verdienen jährlich zwischen 28.000 und 35.000 Euro – Volos und Trainees bekommen anderswo meist rund 25.000 Euro im Jahr. Aber auch hinsichtlich der eigenen Wirksamkeit ist der Direkteinstieg für viele Uni-Absolvent:innen interessant. „Das Fachwissen haben unserer Bewerber:innen bereits im Studium erworben, das wollen wir wertschätzen“, erklärt HR-Managerin Mary Häfner.

Die „Newcomer“ haben also weniger Welpenschutz, werden aber beim Training on the Job auch nicht allein gelassen. So gibt es in den ersten Monaten nach der Einstellung ein Camp, in dem alle Neueinsteiger zusammenkommen und Hands-on die Arbeitsweise und die Kultur von Klenk & Hoursch kennen lernen. Jeder Junior hat eine:n Mentor:in, und fixe Feedbackgespräche gibt es nach sechs Wochen, drei Monaten und sechs Monaten.

Newcomer haben bei uns wenig Welpenschutz, werden aber beim Training on the Job auch nicht allein gelassen. MARY HÄFNER

Nina Prange, Absolventin des Masterstudiengangs Global Communications in Erfurt, hat sich für den Weg des Direkteinstiegs bei Klenk & Hoursch entschieden und ist seit April 2021 an Bord. Der menschliche Fit habe einfach gepasst, das Bewerbungsprozedere inkl. Bewerbertest, gemeinsamem Brainstorming und Kennenlernen der künftigen Kolleg:innen sei zügig und in angenehmem Ton abgelaufen, berichtet Nina Prange. Genauso wie das Onboarding, für das sie das Material zum Remote-Arbeiten nachhause geschickt bekommen und einen strukturierten Einarbeitungsplan erhalten hat.

Der menschliche Fit hat einfach gepasst. Der Berufseinstieg war eine Herausforderung, aber ich habe mich nie allein gefühlt. NINA PRANGE

Schon in der zweiten Woche war sie in Kundenprojekte eingebunden, im Moment entwickelt sich ihr Fokus Richtung Nachhaltigkeitskommunikation. „Der Berufseinstieg war eine Herausforderung, aber ich habe mich nie allein gefühlt“, meint Nina Prange. „Neben anderen Kollegen hat mich auch Stephan Hoursch persönlich angerufen, um mich willkommen zu heißen.

Auf dem Karriereweg hat Nina übrigens die Fast Lane genommen: Als Junior Consultant gestartet wurde sie innerhalb der ersten zwei Jahre zum Consultant befördert. Sie verantwortet eigenverantwortlich Teilprojekte auf Kunden und ist stärker in die strategische Beratung eingebunden.