3 Fragen an Jana Rother, Associate, Gauly

Foto: Meike Reiners
Foto: Meike Reiners

Warum setzt du dich für gendersensible Sprache ein?

Mit Sprache haben wir die Macht, zum Denken anzuregen, langfristig sogar Denkmuster zu verändern. Rollenbilder, die stark an ein Geschlecht geknüpft sind, möchte ich damit aufbrechen. Auch wenn es erst einmal unbequem und super ungewohnt ist, die eigene Sprache dahingehend anzupassen. Ich empfinde es als kleines Opfer, das ich erbringe, damit sich vielleicht nur ein Mensch mehr inkludiert fühlt und langfristig junge Menschen ungeachtet des Geschlechtes mit mehr Selbstbewusstsein die verschiedensten Berufsgruppen und Hierarchiestufen in Erwägung ziehen.

Wie bist du das konkret bei Gauly angegangen?

Wir haben viel recherchiert und eine kleine Projektgruppe mit sehr unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema geformt. In dieser Gruppe haben wir uns regelmäßig ausgetauscht, diskutiert und schließlich einen Kompromiss entwickelt, der zu Gauly passt. Darauf basierend haben wir einen Leitfaden entwickelt, diesen im Partnerkreis vorgestellt und dem Team in einer „Mehr Wissen beim Essen“-Session erläutert. Inzwischen ist der Leitfaden Teil des Onboarding-Plans bei Gauly.

Was möchtest du im Job erreichen?

Eine gute Frage, das finde ich gerade noch für mich heraus beziehungsweise lasse ich das Leben auf mich zukommen und nutze die Chancen, die mir begegnen. Ich hoffe, dass ich immer in einem Umfeld arbeiten darf, das mich zum Denken anregt, mich inspiriert und wo ich mich entsprechend meiner Interessen und Stärken entfalten kann. Eine bestimmte Position strebe ich (noch) nicht an.

3 Fragen an Larissa Rosellen, Specialist External Communications, Aldi Nord

Foto: Aldi Nord
Foto: Aldi Nord

Nach einem Trainee und ersten Berufsjahren in Agenturen hast du zu Aldi Nord gewechselt. Was reizt dich an der Unternehmensseite?

Ich war und bin ein großer Fan der Sicherheit. Aldi Nord bietet mir diese. Außerdem kann ich die Projekte, die ich auf Unternehmensseite begleite, nun auch endlich von der ersten Idee bis zur finalen Umsetzung begleiten.

Wo siehst du dich beruflich in den nächsten Jahren?

Gefestigt in meinem neuen Job bei Aldi Nord. Trotzdem wünsche ich mir, meine Wandlungsfähigkeit im Bereich der konkreten Aufgaben im Job beibehalten zu können. So kann ich mir zum Beispiel gut vorstellen, für Aldi Nord in den kommenden Jahren maßgebend mit an kreativen Kampagnen beteiligt zu sein.

Ein guter Rat war?

Manger sind auch nur Menschen. Was so viel heißt wie: Mach dir selber nicht so viel Stress weil „hochrangige“ Mitarbeiter in deinem Call oder in bei deiner Präsentation dabei sind. Was zählt ist, dass man authentisch bleibt.

3 Fragen an Sofie Redding, PR Managerin, Mäurer & Wirtz

Foto: Picture People
Foto: Picture People

Kommunikation in einem mittelständischen Unternehmen bedeutet für dich?

Die Chance zu haben, die mannigfaltige Bandbreite an kommunikativen Maßnahmen der Consumer-, Corporate- und Influencer-PR auf nationaler und internationaler Ebene mit viel Gestaltungsspielraum, Eigeninitiative und hoher Verantwortungsbereitschaft kreativ ausleben und neu denken zu können. Unser Unternehmensstandort im rheinländischen Stolberg ist gleichzeitig unser Headquarter.  Sämtliche Wertschöpfungsprozesse und vor allem auch alle Marketing- und PR-Konzepte entstehen hier und werden hier umgesetzt. Wir sind also nicht gezwungen, Kampagnen aus internationalen Konzernen zu adaptieren.

Wir sind in der PR-Abteilung ein sehr kleines Team. Neben der Unternehmens-PR können wir für 15 Duftmarken und 10 Länder Kommunikationsstrategien  mit viel Gestaltungsfreiraum umsetzen.

Kannst du konkreter erklären, was deine Aufgaben im Bereich der Unternehmenstransformation hin zu mehr Globalität waren?

Im Rahmen der PR-Arbeit habe ich digitale und postalische PR-Aussendungen, ein Advertorial beim Streetwear-Blog Highsnobiety und diverse CEO-Interviews wie z.B. in der W&V umgesetzt sowie eigene Folgen für unseren CEO in verschiedenen Podcastformaten eingesteuert. Darüber hinaus ist es meine Aufgabe, meinen Case bei verschiedenen Awards einzureichen und die Awardkommunikation an die Presse umzusetzen. Mit dem Ziel, Sichtbarkeit für die Transformation innerhalb der Branche zu generieren. Zu meinen Aufgaben für unsere erste Nischenduftmarke Les Destinations gehörte zusätzlich die Organisation, Steuerung und Umsetzung eines exklusiven Events. Zu den Gästen zählten VIPs, branchenrelevante Influencer und Geschäfts- und Handelspartner sowie Parfümeure. Das zu erfüllende Ziel des Events war dabei, Mäurer & Wirtz bei Meinungsmachern der Duft- und Beautybranche als Hersteller der Nischenparfümerie zu positionieren, um so den Markteintritt in das Segment zu unterstützen.

Darüber hinaus wirken wir mit hohen Ansprüchen an unserer Nachhaltigkeit: Mäurer & Wirtz hat in den vergangenen zwei Jahren zwei innovative Nachhaltigkeitsduftkonzepte lanciert, welche zu 98 % recyclingfähig sind und die gesamte Wertschöpfungskette berücksichtigen. Um unser Unternehmen auch in diesem Bereich als innovativen Wegweiser zu positionieren, habe ich neben PR-Aussendungen Interviews mit Nachhaltigkeits-Speakern in diversen Fach- und People-Magazinen umgesetzt. Ich habe ein Leserinnen-Event mit BUNTE Magazin organisiert, um Endkonsumenten über das Thema Circular Beauty in der Duftbranche heranzuführen. Und eeinen Film zur Entstehung eines nachhaltigen Duftkonzepts gesteuert und die Awardkommunikation der Konzepte von diversen Beauty- und Marketingawards übernommen.

Nicht zuletzt hat die Kommunikation unserer Arbeitgeber-Exzellenz bei mir einen immer größeren Fokus eingenommen. Da wir für unseren modernen Führungsstil, die Benefits und der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben mehrfach als Arbeitgeber ausgezeichnet worden sind, haben wir im Rahmen der Corporate-PR diese Awards nicht nur an die Presse kommuniziert. Wir haben auch Corporate-Advertorials in Regionalzeitschriften eingesteuert.  Zur Stärkung der Arbeitgebermarke habe ich im Rahmen der Job-Challenge Rheinland vom DuMont-Verlag einen Film koordiniert. Dieser zeigt, wie der Tätigkeitsbereich und Arbeitsalltags eines Brand Managers in unserem Haus aussehen.

Welcher dieser Erfolge war aus deiner Sicht besonders bezeichnend?

Aus unternehmerischer Sicht waren besonders bezeichnende Erfolge, dass wir mit unserem ersten ganzheitlich nachhaltigen Duftkonzept nach nur sechs Monaten auf dem Markt den ersten „Green Award“ der Duftstars 2022 und damit den zukunftsweisenden und wichtigsten Preis der deutschen Duftbranche gewonnen haben. Für mich persönlich waren die überdurchschnittlich positiven Resonanzen bei den beiden PR-Events von Les Destinations und CARE ein besonderer Erfolg. Da wir nur ein sehr kleines PR-Team von drei Mitarbeitenden sind (und ich davon die einzige Vollzeitkraft), war die Organisation dieser beiden gänzlich unterschiedlichen Markenevents neben dem Tagesgeschäft eine große Herausforderung. Insbesondere weil ich vorher keine vollumfängliche Erfahrung im Event-Management hatte.

3 Fragen an Michelle Pytlik, Consultant Unternehmenskommunikation, Orca van Loon Communications

Foto: Sabine Skiba
Foto: Sabine Skiba

Was fasziniert dich an „schwierigen“ Themen wie die rund um deinen Kunden aus der Stahlbranche?

Mich fasziniert hier vor allem die Tragweite der Themen, und damit auch meines eigenen Handelns. Das Wirkungspotenzial guter, strategischer Kommunikation ist hier enorm, gerade wenn es um so emotionale Themen wie Klimaneutralität geht. Um ehrlich zu sein, finde ich es auch einfach cool mich damit zu beschäftigen, wie riesige Anlangen oder Katalysatoren funktionieren, was die Herausforderungen sind und wie wir das als Kommunikatoren verständlich machen können. Diskussionen über kleinste Details wie Farbnuancen oder Wortklauberei langweilen mich hingegen eher.

Wie hast du dich fit gemacht, um Projektverantwortung zu übernehmen?

Generell glaube nicht daran, dass du den Schalter von einem auf den anderen Tag umlegst. Schon Monate bevor ich mein erstes eigenes Projekt geleitet habe, habe ich mit meinen Projektleitungen über die entsprechenden Anforderungen und Aufgaben gesprochen. So habe ich sie gelernt. Dort hole mir auch heute noch regelmäßig Rat ein. Man lernt schließlich nie aus.

Wo siehst du dich beruflich in den nächsten Jahren?
Ich bin gerne Berater hier bei ORCA van Loon. Beruflich sehe ich mich daher in den nächsten Jahren in einer Senior-Position, gerne mit noch mehr Führungsverantwortung. Außerdem würde ich mich gerne noch weiter auf die Bereiche Nachhaltigkeitskommunikation und Daten-PR spezialisieren, hier meine Kompetenzen ausweiten und für Industriekunden und/oder NGOs tätig sein.

3 Fragen an Annina Mitterreiter, Content Program Manager – Alexa Personality, Amazon

Foto: privat
Foto: privat

Deine Nominierer und Nominiererinnen feiern deine Willensstärke, deine Energie und die Fähigkeit, andere zu begeistern. Woher nimmst du diese Energie?

Hand aufs Herz – im wahrsten Sinne des Wortes. Der Mensch ist ein Wunder der Natur – mit gigantischen Fähigkeiten! Meine Energie ziehe ich daraus, mir das jeden Tag vor Augen zu führen: indem ich mich sportlich an die Grenzen bringe, durch inspirierende Gespräche oder indem ich einfach mal kurz die Augen schließe und meinen Herzschlag fühle. Realer wird’s nicht! (Klingt kitschig, ist aber so.)

Aktuell bist du bei Amazon als Content Program Manager für die „Persönlichkeitsentwicklung von Alexa“ zuständig. Was kann man sich darunter genau vorstellen? Wie sieht deine Arbeit aus?

Alexa ist eine „A.I.“ Bei uns intern hat mal jemand gesagt – A.I. das steht doch für Adorable und Intelligent. Und das fasst es gut zusammen. Alexa ist respekt- und vertrauensvoll, hilfsbereit, etwas kitschig, verspielt, zuvorkommend, schlau, selbstironisch und ein bisschen nerdy. In meiner Arbeit kümmere ich mich darum, Alexas Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Dabei geht es um Fragen wie: Wie kann ich die Interaktion zwischen den Kund:innen noch verbessern und persönlicher machen? Oder welche zeitlich relevanten Inhalte bietet Alexa den Kund:innen?

Eine vorherige Station war TEDxTUM, eine Konferenz der TU München. Was sind deine größten Learnings aus dieser Zeit?

TEDx fußt auf dem Konzept des Reden-Coachings. Über Monate hinweg trifft man die Redner:innen und entwickelt gemeinsam ihren Talk. Am Anfang steht die Themen-Idee – oftmals umwoben von einem Haufen diffuser Gedanken. Meine Aufgabe war es, die richtigen Fragen zu stellen, aufmerksam zuzuhören und ein Gefühl für Thema und Sprecher:in zu bekommen. Im Laufe der Iterationen bekam das Gedanken-Wirrwarr eine Struktur und der Talk wurde mit Leben gefüllt. Jeder Mensch steckt voller faszinierender Geschichten – oft muss man ihm nur die Aufmerksamkeit und Bühne schenken, sie zu erzählen.

3 Fragen an Stephanie Mikulasch, Communication Manager, Hoerbiger

Foto: Anna von Hafenbrädl Photography
Foto: Anna von Hafenbrädl Photography

Von der Zahnarzthelferin zur Corporate Communication Managerin – was hat dich zu diesem Weg motiviert?

Wie viele junge Menschen war auch in nach meiner Schulzeit unsicher, welchen Weg ich im Leben einschlagen sollte. Ein Studium schien damals ausgeschlossen, also entschied ich mich für eine Ausbildung. In meiner Region waren große Unternehmen nicht stark verbreitet, während es in jedem kleinen Dorf einen Zahnarzt gab. Schon zu Beginn meiner Ausbildung spürte ich jedoch, dass die Arbeit als Zahnarzthelferin nicht meine wahre Bestimmung war. Glücklicherweise hatte ich einen Ausbilder, der mein Potenzial erkannte und mich unterstützte. Nach erfolgreichem Abschluss war mir klar, dass ich meine Kommunikationsstärke weiterentwickeln und nutzen wollte. Die Möglichkeit, mit verschiedenen Menschen und Unternehmen in Kontakt zu treten, Geschichten zu erzählen und Botschaften zu vermitteln, hat mich fasziniert.

Ich möchte einen positiven Einfluss auf das Image und den Ruf von Unternehmen haben und dabei meine Kreativität und mein Organisationstalent einsetzen. Die Entscheidung hat sich als goldrichtig erwiesen, denn ich fühle mich in meinem Beruf erfüllt und motiviert. Ich bin absolut dankbar für die Unterstützung, die ich auf meinem Weg erhalten habe, und freue mich darauf, meine Karriere in der Unternehmenskommunikation weiter zu beschreiten.

Welche Weiterbildung und welcher Mentor haben dir am meisten geholfen?

Die Weiterbildung zur geprüften Wirtschaftsfachwirtin hat mir ein fundiertes betriebswirtschaftliches Know-how vermittelt, zusätzlich zu einigen Kommunikationsseminaren. Darüber hin aus hatte ich das Glück, zu Beginn meiner aktuellen Position großartige Vorgesetzte zu haben, die mich sowohl gefördert als auch gefordert haben, mein Talent weiter auszubauen.

Du engagierst dich im Netzwerk Chancen – was möchtest du erreichen?

Mit meinem beruflichen Werdegang möchte ich junge Menschen ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen, selbst wenn er von Hindernissen geprägt ist. Selbst im Jahr 2023 hängt der Bildungsgrad und der individuelle Lebensstandard oftmals nicht von besonderen Fähigkeiten und Kompetenzen ab, sondern vielmehr vom Einkommen und Bildungsgrad der Eltern. Ein sozialer Aufstieg und die Möglichkeit seine Talente zu entfalten, sollte jedem Menschen möglich sein und Initiativen wie „Netzwerk Chancen“ unterstützen dies.

Darüber hinaus bin ich überzeugt davon, dass wir es schaffen müssen, die Bedeutung einer regulären Ausbildung in unserer Gesellschaft und Unternehmen zu stärken. Für mich liegt der Schlüssel zum Unternehmenserfolg in einer gelungenen Mischung aus Akademikern und Nicht-Akademikern, auch in höheren Führungsetagen. Jeder hat einzigartige Stärken und Perspektiven zu bieten, denn die Vielfalt und Erfahrungen tragen zur Kreativität und Innovation bei.

3 Fragen an Aline Sophie Lahaye, Beraterin, Rud Pedersen

Foto: Márky Arén Jäger
Foto: Márky Arén Jäger

Wie erklärst du Außenstehenden deine Aufgaben im Bereich „Lobbyarbeit“?

Lobbyisten helfen Unternehmen, ihre Interessen nachhaltig und verständlich in der Politik zu vertreten. Dabei wird auch das Wohl der Bürger:innen mitgedacht, sodass am Ende gut durchdachte Gesetze mit gesellschaftlichem Mehrwert mitgestaltet werden. Ohne Lobbyarbeit würde vielen politischen Entscheidungsträger:innen das wissenschaftliche und wirtschaftliche Know-How fehlen, die es braucht, um politische Vorhaben realistisch umzusetzen sind.

Du hast zwei Jahre in China gelebt. Welche Learnings aus dieser Zeit bringen dich heute noch weiter?

Es war nicht immer einfach in Peking zu leben, die Stadt ist oft grau und smoggy und die Sprache und die Menschen waren mir am Anfang fremd. Ich habe dort gelernt, mich an neue und unbekannte Situation anzupassen und mich über Sprach- und Kulturgrenzen mit meinen Mitmenschen zu verständigen. Dabei habe ich stark an meinem Durchhaltevermögen gearbeitet und der Fähigkeit auch schwierige Zeiten durchzustehen.

Auf welches New Business bist du ganz besonders stolz?

Besonders stolz bin ich auf meine Arbeit bei der Bedienung von Ausschreibungen und Angebote für den StratComms Bereich, da wir uns gerade am Anfang im Aufbaus des Bereichs befinden. Wir entwickeln dabei unsere inhaltliche Ausrichtung und Skills und Services, die wir bei uns abbilden möchten. Dazu gehören Ausschreibungen, die wir zusammen mit unseren Kolleg:innen aus den skandinavischen Büros vorbereitet haben und gemeinsam Kernbotschaften für potenzielle Kunden erarbeiteten, die in den einzelnen Märkten verstanden werden.

3 Fragen an Julia Küter, Beraterin Interne Kommunikation & Change, K12

Foto: privat
Foto: privat

Wann lohnt sich ein Brainstorming in großer Runde, wann denkt man lieber allein nach?

Ein Brainstorming lohnt sich in großer Runde vor allem dann, wenn es auf möglichst unterschiedliche Perspektiven ankommt. Und wenn es den Raum gibt, frei und größer zu denken. Hier sind es oft die Gedanken von Menschen, die nicht täglich in meinem Projekt arbeiten, die die zündenden Ideen für ein „das ist es“ liefern. Allein denke ich lieber nach, wenn ich mich beispielsweise in ein neues Projekt einarbeiten, komplexe Themen durchdenken oder eine Storyline oder Strategie entwickeln möchte. Dann hilft es mir, erstmal meine Gedanken und meine Erkenntnisse für mich allein zu sortieren. Und mir einen Überblick zu verschaffen – ganz ohne Ablenkung. Danach suche ich mir aber dennoch eine:n Sparringspartner:in, um mein Ergebnis zu challengen.

Was hilft dir, ruhig zu bleiben?

Wenn es mal richtig rundgeht, hilft es mir, mich für einen Moment auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Dann tauche ich kurz ab und konzentriere mich auf Dinge in meiner Umgebung, die ich höre, sehe, rieche, schmecke oder fühle. Es ist eine einfache Übung, die vielleicht ein zwei Minuten in Anspruch nimmt, aber großes bewirken kann: Dass man wieder bei sich ist und nicht mehr im Tunnel unterwegs, wo man den Gedankenknoten womöglich nur noch fester zugezogen hätte.

Was war bisher deine größte Herausforderung im Job?

Nach meinem Masterabschluss wurde mir eine Doktorandenstelle an meiner damaligen Hochschule angeboten und damit der Berufseinstieg im akademischen Umfeld. Ich arbeitete zwei Jahre in einem wissenschaftlichen Projekt, plante Erhebungen, hielt Vorträge und gab Vorlesungen in Statistik und Sozialwissenschaften. 2019 habe ich dann allerdings entschieden, das Projekt hinter mir und 200 Seiten Theorie für die Dissertation ein einfaches Dokument mit zunächst offenem Ende sein zu lassen. Warum? Weil ich erkannt habe, dass der Weg zu dem Zeitpunkt nicht der richtige für mich war. Bis ich diese Entscheidung traf, bin ich gefühlt durch alle Phasen der klassischen Change-Kurve gegangen. Aber am Ende stand die Erkenntnis: back to the roots & zurück ins Kommunikationsmanagement. Die zwei Jahre haben mich einiges gelehrt. Fachlich, aber auch persönlich bin ich daran gewachsen.

3 Fragen an Barabra Kraus, Communication Specialist, Rehau

Foto: Markus Thoma
Foto: Markus Thoma

Du hast erst drei Ausbildungen gemacht und dann, teils parallel, BWL studiert. Kannst du erklären, wie es zu diesem Weg kam?

Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Als Fundament für meinen beruflichen Werdegang habe ich mich damals für eine Ausbildung bei ALDI SÜD (Verkäuferin und Kauffrau im Einzelhandel) entschieden. Nach meinem Ausbildungsabschluss wurde mir jedoch relativ schnell klar, dass ich nicht an diesem Punkt stehen bleiben möchte. Also holte ich über den zweiten Bildungsweg mein Fachabitur nach.

Danach kam es, wie es kommen musste, dass mir bei REHAU die Möglichkeit eines Verbundstudiums geboten wurde. Studieren und gleichzeitig erste Erfahrungen im Unternehmen sammeln – für mich damals wie heute eine super Sache. Dass ich Kommunikation toll finde, das hatte sich schon während des Studiums herausgebildet. Dann auch noch eine Stelle in der Unternehmenskommunikation zu ergattern, war natürlich der Jackpot! Jetzt arbeite ich dort mittlerweile seit 2,5 Jahren und freue mich tagtäglich über die Aufgaben, denen ich mich als Kommunikatorin widmen darf. Mit meinem Weg möchte ich andere ermutigen und zeigen: Viele Wege führen nach Rom.

Was aus dieser Zeit hat dich gestärkt und was hilft dir heute im Beruf als Kommunikatorin?

Aus meiner Ausbildungszeit bei ALDI SÜD: zu wissen, was es heißt zu „arbeiten“. Es gab Rückschläge, die einen aber nur stärken und motivieren, dranzubleiben und weiter an sich zu arbeiten. Ich habe gelernt, mich nicht auf meinem Weg beirren lassen, Netzwerke aufbauen und pflegen. Außerdem haben mich meine Offenheit und mein Wissensdurst weiter gebracht.

Wie hast du die das Handwerkszeug für deinen jetzigen Job angeeignet?

Den Grundstein hierfür hat natürlich mein Studium gelegt. Außerdem habe ich vom Erfahrungs- und Wissensschatz von Kolleg:innen gelernt (das hat mich sehr schnell, sehr weit vorangebracht). Außerdem hilft: Mutig sein, sich trauen und eigene Erfahrungen sammeln. Und: Einfach mal machen, könnte ja gut werden. Sonst waren da die Teilnahme an Seminare und Kommunikations-Events und , auch ganz wichtig: Vernetzung mit anderen Kommunikator:innen.

3 Fragen an Jonas Kratz, Stratege, Ressourcenmangel

Foto: Britta Leuermann
Foto: Britta Leuermann

Was bringt dir dein Studium „Human Decision Science“ und Psychologie im Job heute?

Als Kommunikationsstratege beschäftigt man sich sehr viel und sehr oft mit demografischen Daten & Statistiken, dafür sind zwei Fähigkeiten aus meinem Studium sehr nützlich. Sosehr es damals genervt hat: Statistik und Methoden der Forschung, waren mitunter die nützlichsten Kurse meines Studiums. Außerdem ging Kursübergreifend eigentlich immer darum, menschliches Denken in Datenpunkte zu übersetzten und zu verstehen, was es beeinflusst.

Du hast eine Fortbildung WPP Next Gen Leaders Programm. Was hast du hier gelernt und was hast du in Richtung Leadership noch vor?

In der Fortbildung ging es vor allem um den Wert, den unterschiedliche Perspektiven in einer Organisation haben, wir haben von WWP Senior Management aus London, Brasilien, New York und Tokyo gehört. Besonders wenn die sich daraus entstehenden Fähigkeiten ergänzen, können Teams großes leisten. In meiner Organisation erlebe

Ein guter Rat war?

Nichts ist jemals so gut oder so schlecht wie es sich im ersten Moment anfühlt.